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17. September 2019
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Mythos „Aberglaube“

Aberglaube ist eine Überzeugung oder ein Verhalten aufgrund der Angst vor dem Unbekannten und dem Glauben an Magie oder Glück. Er ist die Überzeugung, dass bestimmte Dinge Glück oder Pech bringen.

Sind Rituale oder Aberglaube förderlich oder behindern sie dich? Wann wird ein Ritual aber zum Aberglauben? Nach welchen Regeln solltest du deine Rituale prüfen oder auswählen.

Wer glaubt, ihn würden Maskottchen und Unglückstage nicht beeinflussen, täuscht sich – alle Menschen tendieren zum magischen Denken. Die Wahrnehmungstäuschungen können sogar erfolgreicher machen.

Aberglaube übt eine positive sowie negative Wirkung aus und wirkt wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Aberglaube oder ein Talisman helfen in Situationen, in denen jemand unsicher ist oder Stress empfindet, etwa in Prüfungen oder bei einem sportlichen Wettkampf. Er stärkt in erster Linie die Zuversicht in die eigene Leistung, aber auch, dass schon alles gut gehen wird. Wir sprechen von Selbstwirksamkeitsüberzeugung. In kritischen Situationen verleiht der Glücksbringer etwas mehr Sicherheit.

Unsicherheit ist bedrohlich

Kontrollverlust und Unsicherheit sind in kleinen Dosen serviert manchmal noch reizvoll, in größeren Dosen aber signalisieren sie Bedrohung. Deshalb haben sich im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, die darauf zielen, die Welt so verständlich und vorhersehbar wie nur möglich erscheinen zu lassen.

Durch Aberglauben wird das tägliche Chaos kontrollierbar;

Kontrollüberzeugung macht erfolgreicher!

Über Aberglauben und Glücksbringer wird selten offen geredet, trotzdem haben viele Menschen ihre persönlichen Rituale und den Aberglauben, dass dieses Glück bringen oder einen kleinen Vorteil verschaffen. In der Regel kommen diese aber nicht im Alltag, sondern nur in besonderen Situationen zum Einsatz.

Neben den weit verbreiteten Aberglauben wie einer schwarzen Katze, dem vierblättrigen Kleeblatt oder einem Schornsteinfeger greifen die meisten Menschen vor allem in Situationen großer Unsicherheit zu ihren Glücksbringern und wenden sich dem Aberglauben zu.

Das kann etwa eine wichtige Prüfung in der Schule oder an der Uni sein, ein Vorstellungsgespräch für den Job, den wir uns so sehr wünschen, die Lottoziehung oder aber auch eine ausstehende Diagnose beim Arzt.

Neben der fehlenden Kontrolle ist die Wichtigkeit der Angelegenheit der zweite entscheidende Faktor. Je unsicherer wir sind und je bedeutsamer eine Sache für uns ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir auf Aberglauben und Glücksbringer setzen.

Man erhofft sich, auf diese Weise ein Stück weit die Kontrolle wieder zugewinnen und die Dinge eben doch beeinflussen zu können – was durchaus funktionieren kann, wie das Beispiel der Jobsuche zeigt, das ebenso in Prüfungen funktioniert, wo ein Glücksbringer zu besseren Ergebnissen führen kann, da die Aufregung sinkt, man konzentrierter arbeitet und sich auch bei Schwierigkeiten nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt.

Rituale im Sport: Sinn oder Unsinn?

Es gibt viele Beispiele des Aberglaubens und der Rituale in den unterschiedlichsten Formen.

Rituale können dem Athleten Sicherheit und Struktur geben.

In seiner Autobiografie schreibt Rafael Nadal:

„Es ist mein Weg, um mich in meinem Spiel zu positionieren, die Dinge um mich herum so zu ordnen, wie ich meinen Kopf gern sortiert hätte.“

„Ohne die Verwendung von Ritualen wäre das Leben das reinste Chaos.“ – Nils Meeus

Arsene Wenger muss es wissen! 

Arsene Wenger, einer der erfolgreichsten Fußballtrainer im europäischen Vereinsfußball im Dienste von Arsenal London beschreibt die Macht und die Wirkung von Aberglaube und Ritualen so: „Um die persönliche Bestleistung zu erreichen, muss man sich selbst beibringen, mit einer Intensität zu glauben, die jede logische Rechtfertigung weit hinter sich lässt. Ohne diesen irrationalen Optimismus wird niemand zum Spitzensportler. Kein Sportler hat je sein Potenzial realisiert, wenn es ihm nicht gelungen ist, sein Denken von allen Zweifeln zu befreien.“

Abergläubisch sind sie alle

Was steckt hinter den großen Triumpfen, die Millionen Sportfans in der Welt begeistern? Fast jeder Spitzensportler hat seine geheimen Rituale und Tricks. Und der Glaube versetzt bekanntlich Berge – der Aberglaube im Sport aber auch.

Die besondere Magie der Lieblingsnummer. Was sind Glücksnummern und an welchen klebt Pech und Unglück?

Als MotoGP Weltmeister stand Rossi die Startnummer 1 zu – dennoch fährt er unveränderlich die 46.

Genauso wie Loris Capirossi mit 65 und früher Kevin Schwantz mit 34 oder Steve Baker mit 32. Weil die Cracks entweder ihre Startnummer aus den USA mitgebracht – oder damit ihr erstes Juniorenrennen gewonnen hatten. Auf alle Fälle: ihre Lieblingsnummer.

Michael Schumacher schnappte Rosberg die Startnummer weg.

Michael Schuhmacher wurde einmal gefragt, ob er abergläubisch sei. „Eigentlich nicht. Ich steige immer von der linken Seite ins Auto und auch links wieder aus. Ist mir gar nicht sonderlich aufgefallen, aber einmal habe ich es anders gemacht und bin rechts eingestiegen.“ Und was ist damals passiert? „Gar nix. Gleiches Ergebnis wie immer…“

Allerdings fuhr er keinen Grand Prix ohne den Talisman, den er von Corinna geschenkt bekommen hatte.

Im zunehmenden Maße sollten jedoch die tatsächlichen Zusammenhänge mit der Leistung geklärt werden. Es ist wichtig zu wissen, dass technische und taktische Fähigkeiten den Erfolg begründen. Auf diese Weise lernt man, dass die Gründe für erfolgreiches Handeln in seiner eigenen Person liegen und nicht in dem Maskottchen oder dem Ritual zuzuschreiben sind. Jedoch können bestimmte Gewohnheiten und Rituale durchaus Bestandteil bleiben. Denn niemand ist frei von magischen Denk- und Handlungsweisen.

„Nein, ich bin nicht abergläubisch. Ich denke, dass Glück ein Resultat investierter Arbeit ist“, sagte der 23-jährige Portugiese einmal in einem Interview. Und doch macht Miguel Oliveira jedes Mal ein Kreuzzeichen, wenn er auf die Rennstrecke geht. Kann ja nicht schaden. Nicht wahr, Miguel?

Wie sieht es bei dir aus?

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