„Totalcrash durch Highsider“ Erinnerungen

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„Totalcrash durch Highsider“ Erinnerungen

Eine neue Saison hat begonnen und wenn ich mich jetzt so an das letzte Jahr zurück erinnere, fallen mir die unterschiedlichsten Erlebnisse ein. Darunter befinden sich positive, aber auch negative Erinnerungen. Aus eigener Wahrnehmung weiß ich, dass letztendlich die negativen Erfahrungen tief verwurzelt wie ein „Geschwür“ an meinem Gedächtnis haften. Fest verankert versuchen sie, in regelmäßigen Abständen wieder aufzubrechen.

Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. In freudiger Erwartung und natürlich mit einer gewissen Grundnervosität haben wir unser Equipment gepackt und uns auf dem Weg zu unserem ersten Cup-Rennen nach Brünn gemacht. Nachdem wir dort angekommen waren und uns erst einmal umschauen wollten, stieg die Nervosität. Dementsprechend verlief der erste Renntag dann auch recht bescheiden. Nichts wollte so richtig klappen. Nachdem wir später den Tag noch einmal Revue passieren ließen, hatten wir uns vorgenommen: „Morgen wird alles anders!“. Schließlich ließ die Anspannung nach und wir konnten den Abend beim Grillen genießen.

Am Morgen des zweiten Renntags schien es, als würde sich unser guter Vorsatz vom Vorabend in die Tat umsetzen. Alles lief so wie geplant. Das Gefühl für die Maschine kam zurück und die gefahrenen Zeiten entsprachen unseren Vorstellungen. Doch häufig kommt es dann doch wieder alles ganz anders als man denkt. Im dritten Turn ist es dann passiert: „Totalcrash durch Highsider“. Die „Karre“ wurde komplett zerlegt und Max wurde mit dem Hubschrauber nach Brünn in die Klinik geflogen. Wie du dir sicher vorstellen kannst, war damit natürlich das Wochenende gelaufen.

Hinzukommt, dass es riesige Problem mit dem Rücktransport nach Deutschland gab. Für solche Fälle hatte sich Max eigentlich vorher abgesichert. Es gab eine ADAC-Versicherung mit Rücktransport und allen möglichen Zusatzversicherungen. Anfänglich schien es, als wenn wenigstens das klappen würde. Ich hatte mit unserem Ansprechpartner vom ADAC telefoniert, der mir einen zeitnahen Rücktransport via Flugzeug zugesichert hatte. Er wollte mich unverzüglich zurückrufen, um mir einen genauen Termin mitteilen zu können. Da war ich erst einmal beruhigt.

Max lag auf einer Pritsche im Krankenhaus und durfte nicht aufstehen. Aufgrund seiner Größe hatte man kein geeignetes Bett für ihn gefunden. Wir warteten dann einige Stunden und es tat sich gar nichts. Niemand hielt es für nötig, uns eine Antwort zu geben. Die ganze Situation war unerträglich. Unsere Laune war dementsprechend miserabel und die Nerven lagen blank. Wie es aussah, kümmert sich niemand um uns. Dann rief ich erneut beim ADAC an. Diesmal hatte ich eine andere Person am Telefon, der erneut den ganzen Vorfall schildern durfte. Wirklich geholfen wurde mir allerdings nicht. Eine wirklich nette und mitfühlende Stimme versicherte mir: „Sie werden einen Rückruf erhalten.“

Das Ganze wiederholte sich dann stündlich ohne ein zählbares Ergebnis. Vereinbarte Termine, versprochene Rückrufe sowie Absprachen mit Ärzten des ADAC wurden nicht eingehalten. Jedes Mal sprach ich mit irgendeiner völlig ahnungslosen Person, die mir fest versprach, mich an einen kompetenten Gesprächspartner weiterzuleiten. Das Ganze zog sich über zwei Tage hin. Dann erhielt ich die Information, dass der ganze Prozess sich noch bis zu einer Woche herauszögern könnte, weil aktuell kein Flugzeug zur Verfügung stünde. Außerdem wären die Verletzungen auch nicht so gravierend, als dass ein ein schneller Transport organisiert werden müsste. Naja, ich weiß nicht, ob ein mehrfacher Bruch im Fuß sowie zwei angebrochene Rückenwirbel nicht Grund genug sind, schnellstmöglich nach Deutschland transportiert zu werden? Hinzu kamen die unerträglichen Zustände für Max in der Klinik.

Auf den ADAC war kein Verlass. Unsere Geduld war zu Ende. Letztendlich habe ich mich dann dazu entschlossen, vor Ort einen Krankenwagen für unseren Rücktransport nach Deutschland zu organisieren. Zum Glück hat der Transport nach Hause dank der Hilfe eines Arztes und der netten Fahrer des Krankenwagens, reibungslos funktioniert. Am Tag unserer Abreise schien das Krankenhauspersonal sichtlich erleichtert gewesen zu sein. Beim Verlassen der Station meinte ein Arzt noch, dass er so was noch nie erlebt hätte. In der Regel seien die Patienten innerhalb von 24 Stunden nach Hause transportiert worden.

Jetzt, fast ein Jahr später, muss ich an dieses Erlebnis zurückdenken. Die Fragen, die mich beschäftigen, lauten: „Was bleibt nach so einem Sturz zurück? Blockiert mich so was zukünftig beim Fahren? Wie sieht es mit Max aus? (Er ist seit diesem Sturz nicht mehr gefahren.) Kann er einfach wieder da wieder anknüpfen, wo er schon einmal war?“

Ich selber habe auch schon einige unerfreuliche Erlebnisse gehabt und stelle fest, dass ein Teil davon immer zurück geblieben ist. Von vielen Sportlern weiß ich, dass sie ein mentales Training absolvieren, um einen, um ihre Blockaden abzubauen und zum anderen, um ihre Leistungen auf den Punkt genau abrufen zu können.

Wie geht ihr mit einem Sturz um und was hilft euch?

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